Die Goldjungs sind zuhause
Manuel Machata und sein Team wurden nach ihrem Triumph im Vierer-Bob gestern in Potsdam geehrt
Ja, an das Autogramme schreiben hat er sich mittlerweile gewöhnt. „Aber es ist immernoch komisch, wenn mich Leute auf der Straße erkennen“, sagte Manuel Machata, als er von Fans im Potsdamer Stern-Centers umringt wurde. Dort hieß der sein Verein, der SC Potsdam, Machata und seine Anschieber Richard Adjei (28), Andreas Bredau (26) und Christian Poser (24) gestern willkommen.
Die vier Bobfahrer hatten am Wochenende Geschichte geschrieben, als sie im Eiskanal von Königssee in der Gesamtzeit von 3:16,58 Minuten zum WM-Titel im Vierer gerast waren: Der größte Erfolg in der zehnjährigen Bob-Historie des SC Potsdam. „Ich denke, man hat gesehen, dass Potsdamer Bobsportler mittlerweile Weltklasse-Leistungen abliefern können“, sagte Peter Rieger, der Geschäftsführer des SC Potsdam.
Neben ihm stand Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), der Machata und seinem Team dankte und ihnen anschließend Urkunden und Schampus in die Hand drückte. Und das nicht ohne lobende Worte für die märkischen Shooting-Stars. „Es ist toll, dass sie in Königssee fast alles abgeräumt haben, was es zu gewinnen gab. Und besonders freut es mich, dass das Potsdamern gelungen ist“, sagte Platzeck.
Der Triumph im Vierer war für Manuel Machata der krönende Abschluss einer erfolgreichen Saison. Er holte in Königssee gemeinsam mit seinem Anschieber Andreas Bredau Silber im Zweier-Bob, und wurde zuvor schon Weltcup-Gesamtsieger und Europameister. Damit ist Machata der erfolgreichste Debütant in der Geschichte des Bob-Sports.
Doch der Bayer, der der Sportförderkompanie der Bundeswehr angehört, bleibt bescheiden. Er sieht sich nur als Teil eines Teams, das funktionieren muss. „Wir haben die ganze Saison konzentriert gearbeitet. Da haben die Jungs einen super Job gemacht“, sagte Machata. Wichtig sei auch gewesen, dass sein Team über gute Ersatz-Anschieber verfügt. „Da konnten wir ohne Leistungsverlust wechseln.“ Für die neue Saison wünscht sich der 26-Jährige eigentlich nur, dass alles so bleibt, wie es ist. „Wichtig ist, dass das Team zusammenbleibt und, dass wir weiter so gut zusammenarbeiten“, so der Weltmeister, der sich maximal zwei Wochen Urlaub gönnen will. (Von Marco Paetzel)








